Preisverleihung für die besten Abschlussarbeiten
Anlässlich seiner Jahresversammlung der HTWK Leipzig am 08. Mai zeichnete der Förderverein der HTWK Leipzig wieder hervorragende Graduierungsarbeiten im Studienjahr 2024/25 aus den sechs Fakultäten der HTWK Leipzig mit dem „Preis des Fördervereins“ aus.
Der 1. Vorsitzende des Fördervereins, Prof. Dr. Lutz Engisch, und der Rektor der HTWK Leipzig, Prof. Dr.-Ing. Jean-Alexander Müller, gratulierten den Preisträgerinnen und Preisträgern und übergaben die Urkunden. Der „Preis des Fördervereins“ ist mit einem Preisgeld von jeweils 750 Euro dotiert.
Beim anschließenden Festvortrag „Wissenskreislauf der Generationen: Karriere-Boost für die Juniors, Update für die Professionals, Jungbrunnen für die Seniors“ gab Christian Albert Jacke, ehemaliger Bürgermeister für Wirtschaft in Leipzig, Einblicke in seine Erfahrungen mit verschiedenen Alumni-Netzwerken.
Das Quartett des HTWK-Orchesters gestaltete die Veranstaltung musikalisch.
Nach der Veranstaltung kamen die Preisträgerinnen und Preisträger noch mit Gästen und Betreuenden sowie den Mitgliedern, Freunden und Stiftenden des Fördervereins ins Gespräch.
Die Preisträgerinnen und Preisträger 2025 und die Themen ihrer Arbeiten:


Alexander Ostrovskis und Leo Dinkelacker, Architektur-Master, Fakultät Architektur uns Sozialwissenschaften
Die beiden wurden gemeinsam für ihre gemeinsame Arbeit „VENUSBERG II – Agrartechnologien im Industriedenkmal – Revitalisierung und Umnutzung einer historischen Spinnerei zur zukunftsortientierten Indoor-Lebensmittelproduktion“ ausgezeichnet.
Darin untersuchten sie das Potenzial leerstehender Industriedenkmale im Erzgebirge am Beispiel der Spinnerei Venusberg II bei Drebach. Ziel der Arbeit war es, Perspektiven für eine neue Nutzung zu entdecken, um den langfristigen Erhalt dieses Industriestandorts zu sichern. Sie entwickelten ein Transformationskonzept mit der zentralen Idee, die großen Fabrikhallen für Indoor-Landwirtschaft, also eine kontrollierte Lebensmittelproduktion innerhalb bestehender Gebäude, zu nutzen. Die Arbeit zeigt, wie eine mehrgeschossige Bewirtschaftung der Hallen organisiert werden kann, wie Dachflächen zusätzliche Anbauflächen bieten und wie entstehende Abwärme innerhalb des Areals weitergenutzt werden kann.
Nach dem Abschluss der Arbeit fand das Projekt auch über den Rahmen der Hochschule hinaus Resonanz. Es wurde unter anderem in Architekturmedien vorgestellt und bei einer öffentlichen Präsentation vor Ort gemeinsam mit der Gemeinde, regionalen Initiativen, der Wirtschaftsförderung Erzgebirge, sowie Fachnetzwerken wie dem Arbeitskreis Sächsische Spinnmühlen und dem Denkmalnetz Sachsen diskutiert.
Betreuende Personen: Prof.in Dorothea Becker, Michael Rudolph

Isabell Schäker, Bauingenieurwesen Bachelor, Fakultät Bauwesen
Für ihre Bachelorarbeit „Experimentelle und numerische Untersuchungen zur Entwicklung eines in Beton einzubettenden 3D-Dehnungssensors“ wurde Isabell Schäker ausgezeichnet.
Zielsetzung war, einen Dehnungssensor zu entwickeln, der über die gesamte Lebensdauer eines Ingenieurbauwerkes hinweg den räumlichen Dehnungszustand in einem Betonbauteil erfassen kann. Dazu entwickelte sie einen Sensor und testete ihn in Experimenten. Diese zeigten, dass der Sensor geeignet ist, die Dehnungskomponenten eines räumlichen Dehnungszustandes zu erfassen. Die erzielten Messergebnisse sind physikalisch sinnvoll und ingenieurtechnisch erwartbar; außerdem ließ sich damit die Eignung des für die Laborerprobung gewählten Versuchsaufbaus feststellen. Die Simulationen des Sensorverhaltens zeigten technische Möglichkeiten zur Verbesserung der Aussagesicherheit der erhaltenen Messergebnisse auf.
Betreuende Personen: Prof.in Karin Landgraf, Prof. Volker Slowik

Josepha Eliane Kahnt, Master Informations- und Kommunikationstechnik, Fakultät Digitale Transformation
Sie wurde für ihre Arbeit „Modellgestützte Transformation vom Netzbetreiber zum Managed Security Service Provider – Entwicklung und Evaluation eines strukturierten Ansatzes" ausgezeichnet.
In der heutigen, stark vernetzten Welt stehen Unternehmen und Organisationen vor der Herausforderung, ihre IT-Systeme gegen immer komplexere Bedrohungen zu schützen. Besonders gefährdet sind sogenannte „kritische Infrastrukturen" (KRITIS) wie Energieversorger, Krankenhäuser oder Verkehrssysteme, die im Falle eines Angriffs erhebliche Auswirkungen auf unsere Gesellschaft hätten. Die Masterarbeit beschäftigt sich mit der Entwicklung eines speziellen Modells, das Organisationen hilft, wichtige Entscheidungen bezüglich ihrer Sicherheitsstrategie zu treffen. Dabei geht es vor allem darum die Frage, ob einebestimmte Sicherheitsmaßnahme machbar und wirtschaftlich realistisch ist und welche Wege es gibt, zukünftige Investitionen zu planen. Das entwickelte Modell hilft dabei, auf Basis technischer, organisatorischer und personeller Voraussetzungen eine Strategie zu entwickeln.
Betreuende Personen: Prof. Slavisa Aleksic, Dr. Nancy Retzlaff

Hannah Liebscher, Master of Engineering Druck- und Verpackungstechnik, Fakultät Informatik und Medien
Für ihre Masterarbeit „Analyse und Optimierung der Sortierfähigkeit von Molkereiverpackungen mit Lichtbarrieren“ erhielt Hannah Liebscher den Preis.
Ziel der Arbeit: Um Probleme mit sogenannten Fehlwürfen beim Sortieren in der Recyclingphase – und damit einen gestörten Recyclingskreislauf – zu vermeiden, sollten zunächst die Ursachen der Fehlwürfe analysiert werden, Messtechnische Rekonstruktion bestehender Prüfberichte Entwicklung von Lösungen für detektierbaren Lichtschutz. Dies setzte sie mittels Spektroskopie (Analyse von Materie durch Untersuchung ihrer Wechselwirkung mit elektromagnetischer Strahlung bzw. Licht), Mikroskopie und experimentellen Sortierversuchen um.
Anhand der Ergebnisse entwickelte Hannah Liebscher verschiedene Lösungen, um Verpackungen zu verbessern, beispielsweise die Nutzung alternativer Lichtschutzpigmente, um die Recyclingfähigkeit zu sichern. Sogenanntes “Design for Recycling” und der Einsatz sortengleicher Kunststoffe für Verpackungskörper und Etiketten kommen hinzu, sowie Prozesskontrolleund präzise Schichtdickensteuerung als Schlüssel zur Sortierbarkeit.
Betreuende Personen: Dr.in Andrea Berlich (HTWK Leipzig), Dipl.-Ing. Christian Steglich (Unternehmensgruppe Theo Müller)

Johanna Marie Lewandowski, Bachelor of Engineering, Maschinenbau, Fakultät Ingenieurwissenschaften
Sie wurde ausgezeichnet für ihre Arbeit „Einfluss von Nickel und Wolfram auf Gefüge und Korrosionsbeständigkeit des ferritischen, nichtrostenden Stahls X2CrTiNb18 (1.4509)"
Nichtrostende Stähle sind wichtige Werkstoffe, weil sie Rost widerstehen und sich gut verarbeiten lassen. Ihre Eigenschaften hängen jedoch stark von ihrer chemischen Zusammensetzung ab. Schon kleine Änderungen der enthaltenen Elementen können die Korrosionsfähigkeit und die Härte des Stahls deutlich beeinflussen.
In dieser Arbeit wurden gezielt die Elemente Nickel und Wolfram in einem bestimmten Stahl in unterschiedlichen Mengen untersucht. Ziel war es, zu verstehen, wie diese Elemente das Material strukturieren, seine Härte beeinflussen und wie gut es gegen Korrosion schützt.
Dazu machte Johanna Marie Lewandowski Experimente: Stahlproben wurden mit verschiedenen Anteilen von Nickel und Wolfram im Lichtbogenschmelzofen hergestellt und danach chemisch analysiert. Diese Proben wurden anschließend wärmebehandelt, um sie vergleichbar zu machen, und danach gründlich auf ihre Korrosions- und Materialeigenschaften getestet. Ziel war es, Zusammenhänge zwischen den Legierungselementen, ihrer Mikrostruktur und ihrem Verhalten gegen Korrosion zu erkennen.
Ergebnisse: Nickel verändert den Stahl, macht ihn widerstandsfähiger gegen Korrosion und führt zu einer anderen Struktur. Wolfram erhöht die Festigkeit und verbessert ebenfalls den Korrosionsschutz, kann aber ungleich verteilt sein.
Zukünftige Forschungen sollen die Wirkung mehrerer Legierungselemente zusammen untersuchen und die Herstellung verbessern. All das soll helfen, neue, langlebige Stähle zu entwickeln, die noch besser gegen Rost geschützt sind.
Betreuende Personen: Prof. Paul Rosemann, B. Eng. Luca David Kukuk

Anne Rübe, BWL-Master, Fakultät Wirtschaftswissenschaft und Wirtschaftsingenieurwesen
Die Arbeit „Weiterentwicklung des Bachelorstudiengangs „International Management“ an der HTWK Leipzig–Eine Bedarfsanalyse von Arbeitsmarktanforderungen, Studierendenbedürfnissen und zukünftigen Trends in der Lehre“ von Anne Rübe wurde ebenfalls ausgezeichnet.
Die kontinuierliche Weiterentwicklung von Studienprogrammen ist essenziell, um Hochschulbildung zukunftsfähig zu gestalten und an die sich wandelnden Anforderungen von Gesellschaft und Arbeitsmarkt anzupassen. Vor diesem Hintergrund untersuchte die Preisträgerin, wie der Bachelorstudiengang „International Management“ an der HTWK Leipzig langfristig weiterentwickelt werden sollte, um den Erwartungen des Arbeitsmarktes gerecht zu werden und zugleich die Bedürfnisse der Studierenden besser zu berücksichtigen.
Die Grundlage der Untersuchung bildet eine Bedarfsanalyse, die auf zwei zentralen Erhebungsinstrumenten basiert: einer standardisierten Online-Befragung von Absolventinnen und Absolventen des Studiengangs sowie Experteninterviews mit personalverantwortlichen Vertreterinnen und Vertretern aus der Wirtschaft. Die Ergebnisse der Bedarfsanalyse wurden anschließend im Abgleich mit der aktuellen Struktur des Studiengangs ausgewertet, um konkrete Weiterentwicklungspotenziale zu identifizieren.
Aufbauend auf diesen Erkenntnissen und unter Rückgriff auf aktuelle hochschuldidaktische Forschung wurden konkrete Handlungsempfehlungen zur curricularen, didaktischen und strukturellen Weiterentwicklung des Studiengangs formuliert.
Betreuende Personen: Prof. Bodo Sturm, Prof. Christian Huth (HTWK Leipzig)
Alle Fotos: Swen Reichhold













